MEMBERSAREA VON PFLEGE. KRAFT. BURGENLAND

SWÖ- Kollektivverhandlungen

Liebe ARGE- Mitglieder,

Folgende Punkte wurden dabei vereinbart:

  1. Entgelt
  • Eine Erhöhung von 9,2 Prozent bei KV-Tabellen, IST-Löhnen und anderen Entgeltbestandteilen
  1. Arbeitszeit
  • Senkung der Pufferstunden bei Teilzeit-Mehrarbeitsstunden von 16 auf 8 Stunden, bei Jahresdurchrechnung auf 0 Stunden
  1. Zusätzliche Abgeltung spezifischer Belastungen
  • Außerordentliche Erhöhung des Flexibilisierungszuschlages um 15%
  • Aufrundung der Arbeitsaufnahme bei der Rufbereitschaft in der Nacht auf ½ Stunde
  • Flexibilisierungszuschlag auch dann, wenn Tagdienst in Nachtdienst umgewandelt wird oder umgekehrt.
  • 2 Stunden der Nachtarbeitsbereitschaft werden pauschal als aktive Nachtarbeit angerechnet (100 % Grundstundenlohn und Nachtzuschlag)
  1. Materiellrechtliche Änderungen
  • Änderung der Systematik bei den TMA (90% der VWG 1/1 und 2/1) – keine materielle Änderung, nur andere Darstellung
  • Aufrundung der Arbeitszeit bei Arbeitsaufnahme bei der Rufbereitschaft am Tag (10 Minuten)
  • Anschlusskarenz –trotz Änderung bei gesetzlicher Karenz– künftig auch weiterhin bis zum 3. Lebensjahr des Kindes möglich
  • Verbesserung der Einstufung von Frühförderinnen
  • Lineare Umreihung auch bei Nostrifizierung
  • Klarstellung bei SEG-Zulage, dass diese –bei Vorliegen der Voraussetzungen gem EStG- nicht nur im Fall der tatsächlichen Steuerfreiheit gebührt
  • Volle Anrechnung von facheinschlägigen Vordienstzeiten beim gleichen Arbeitgeber
  • Streichung der Gegenrechnungsmöglichkeit beim Kilometergeld durch den AG
  • Einstufung von klinischen Psychologen in Ausbildung in VWG 7
  • Möglichkeit der Vereinbarung eines Durchrechnungszeitraums von bis zu 6 Monaten im Kindertagesbetreuungsbereich für Organisationen bis 10 AN analog § 3a
  1. Pflegezuschuss/EEZG
  • Sobald die Bestimmungen zum Pflegefonds bzw. Finanzausgleich im Parlament beschlossen ist, ist eine befristete Verlängerung des Zusatz-KV in Aussicht genommen

Der Geltungsbeginn und Geltungsdauer der meisten der oben angeführten Punkte sind mit 1.1.2024 für 1 Jahr festgesetzt.

Wir freuen uns, dass wir im Gegensatz zu anderen großen Kollektivvertragsverhandlungen programmgemäß und mit einer ordentlichen Verhandlungskultur diesen Abschluss erfolgreich geschafft haben. Der Abschluss ist aus unserer Sicht ausgewogen und sichert die Attraktivität der Sozial- und Gesundheitsbranche und erlaubt den Betrieben und deren Belegschaften auch im kommenden Jahr gut zu arbeiten. Natürlich stellt er –wie alle Abschlüsse- einen Kompromiss zwischen den Sozialpartnern dar. Insbesondere angesichts des umfassenden Forderungpakets der AN (35-Stunden-Woche, zusätzliche Urlaubswoche, Erhöhung aller Zulagen um 25 % etc.) ist es ein Abschluss mit Augenmaß.

Der Entgeltabschluss von 9,2 % entspricht fast genau dem Wert des Beamtenabschlusses, allerdings wurden dort 9,15% und ein Mindestbetrag vereinbart, bei uns nur eine lineare Erhöhung.

Weitere Informationen finden sich im Laufe der nächsten Tage dann auch auf der Website (Tabelle, vorläufiges Abschlussprotokoll).